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Vorhofflimmern nach Hirnblutung
Dr. Marion Boulanger aus der Neurologieabteilungnahm an einer europäischen Studie teil, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht wurden. Die Studie PRESTIGE-AF „PRevition of Stroke in Intracerebral hemorrhage survivors with Atrial Fibrillation“ hatte zum Ziel, Schlaganfälle bei Patienten mit Vorhofflimmern zu verhindern, die eine Hirnblutung erlitten haben.
Antikoagulanzien nach einer Hirnblutung: nützlich, aber nicht ohne Risiken
Patienten mit Vorhofflimmern (einer Herzrhythmusstörung) nehmen häufig gerinnungshemmende Medikamente ein, um Schlaganfälle durch Blutgerinnsel zu verhindern.Hat ein Patient jedoch bereits eine Hirnblutung (eine schwere Form desSchlaganfalls , verursacht durch eine Blutung im Gehirn) überlebt, wirft die Wiederaufnahme dieser Medikamente eine heikle Frage auf: Überwiegen die Vorteile die Risiken?
Eine große europäische Studie namens PRESTIGE-AFversuchte, diese Frage zu beantworten. Sie begleitete 319 Patienten in sechs europäischen Ländern, die alle an Vorhofflimmern litten und eine Hirnblutung überlebt hatten. Die Patienten wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt ein direktes orales Antikoagulans (DOAK), die andere nicht.
Was die Studie zeigte
- Bei Patienten, die mit einem DOAK behandelt wurden, traten signifikant weniger ischämische Schlaganfälle (verursacht durch Blutgerinnsel) auf als bei Patienten, die kein DOAK einnahmen.
- Allerdingserlitten diese Patienten deutlich mehr Rezidive von Hirnblutungen, einer schwerwiegenden Nebenwirkung.
- Vereinfacht ausgedrückt: Das Medikament schützt vor einer bestimmten Art von Schlaganfall, erhöht aber das Risiko für eine andere.
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in der Gruppe, die Antikoagulanzien erhielt, im Allgemeinen etwas seltener auf.
Abschluss
Bei Patienten mit Hirnblutungen in der Vorgeschichte können DOAKs Schlaganfälle im Zusammenhang mit Vorhofflimmern (Embolien) sehr wirksam verhindern, erhöhen aber gleichzeitig das Risiko erneuter Hirnblutungen deutlich. Forscher betonen, dass weitere Studien und möglicherweise neue Ansätze (pharmakologischer oder mechanischer Art) erforderlich sind, um diese Hochrisikopatienten zu schützen, ohne sie neuen Gefahren auszusetzen.
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Universitätsdozent · Klinikärztin
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Veröffentlicht am 7. Mai 2025
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